Portrait - Waldarbeit



Der Große Münsterländer gewinnt in der Waldarbeit, auch bei uns, immer mehr an Bedeutung.


Denn obwohl Schleswig-Holstein mit seinen rund 162.500 Hektar Waldgebieten das waldärmste Flächenland der Bundesrepublik Deutschland ist, hat sich der GM auch bei uns inzwischen einen festen Platz in den Waldfächern erobert.

 

Bei Bewegungsjagden im Wald wird der Große Münsterländer zunehmend eingesetzt, da er einen guten Orientierungssinn, beherrschte Wildschärfe kombiniert mit einer sehr guter Spurveranlagung besitzt. Dabei neigt er als Vorstehhund in der Regel nicht zum anhaltenden Jagen oder Hetzen.

Auch ein weites Überjagen bleibt die Ausnahme, da der Große Münsterländer die enge Bindung an seinen Führer während der Jagd bevorzugt und damit immer wieder den Kontakt sucht.

 

Außerdem eignet sich der GM besonders bei Stöber- und Drückjagden an Schalenwild, weil er gesunde Wildschärfe besitzt. Auch an Schwarzwild jagt der er oftmals intelligent, wobei er natürlich nicht den kleineren Stöberhund ersetzen kann. Durch eine entsprechende Ausbildung geeignet, verdienen sich dennoch jährlich mehr Große Münsterländer das Leistungsabzeichen "S" (= Schwarzwildschärfe) und sind auf den Jagden unterstützend tätig im Einsatz.

 

Zur Zucht werden nur lautjagende Hunde zugelassen. Fast alle sind sichtlaut, etliche spur- und viele fährtenlaut. Stumme oder waidlautjagende Hunde werden für die Zucht nicht freigegeben.

 

Auch das Pirschen oder Ansitzen mit Hund wird hier in Schleswig-Holstein gerne praktiziert. Ganz nach dem Motto "Jagd ohne Hund ist Schund!" ist der Große Münsterländer ein ruhiger Begleiter im Revier. Er zeigt das Wild an und wartet geduldig auf einen Einsatz. Ein "Winseln" oder "Fiepen" wäre hier unerwünscht.

 

So wird schon bei der Ausbildung der Hunde viel Wert auf Ausgeglichenheit und Gehorsam gelegt. Prüfungen wie die Brauchbarkeit oder die Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) beinhalten Fächer wie Leinenführigkeit und Schussruhe.


Durch seine beherrschte, innere Ruhe und seiner ausgezeichneten Nase wird der Schwarz-Weiße mittlerweile auch gerne von Jägern für die Schweiß- bzw. Fährtenarbeit genutzt. Bei entsprechender Ausbildung und regelmäßigem Einsatz leisten die Großen Münsterländer auch hier beachtliche Arbeit.